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Frammelsberger Holzhaus

Eine echte 
Familienangelegenheit

Von Vater und Onkel einst gegründet, heute in zweiter Generation von Brüdern geleitet: Beim Holzhaus-Baubetrieb Frammelsberger packt die ganze Familie an. Das Ergebnis: nachhaltige, wohngesunde und individuelle Häuser, die sich sehen lassen können.

Wer in der Ortenau lebt und sich für ein Holzhaus interessiert, kommt am Namen Frammelsberger nicht vorbei. Der vor knapp 40 Jahren im badischen Oberkirch gegründete Familienbetrieb ist aber auch über die Region hinaus eine etablierte Größe und hat mittlerweile mehr als 1000 Holzhäuser in Baden-Württemberg, Hessen und Rheinland-Pfalz gebaut.

Von Anfang an war der Betrieb dabei eine reine Familienangelegenheit, erzählt Geschäftsführer Paul Frammelsberger. „Mein Vater Reinhard hat das Unternehmen 1983 zusammen mit seinem Bruder Gebhard und mit Unterstützung meiner Mutter Waltraud gegründet“, so Paul, der zusammen mit seinem Bruder Lukas heute die Geschäfte leitet – und damit enden die familiären Bande noch nicht: „Als erste Werkshalle diente ihnen die Scheune meines Großvaters, der selbst auch Unternehmer war.“

Frammelsberger begann zunächst als Zimmerei, in der Dachstühle, Balkone und Treppen gefertigt wurden. Fünf Jahre nach Gründung des Betriebs beschlossen die Brüder aber, eigene Wege zu gehen. Gebhard konzentrierte sich auf den Bau von Treppen und Wintergärten, während Reinhard in den Holzhausbau einstieg. „Schon in seiner Lehrzeit hatte mein Vater Erfahrungen im Bereich Einfamilienhausbau gesammelt und begann, sich mit dem Thema Blockhausbau zu beschäftigen. Blockhäuser waren damals schon noch sehr speziell, und mein Vater war im Ort schnell als ‚der Grüne‘ verrufen“, lacht Paul heute. „Dabei wissen wir natürlich heute, dass er mit seiner Vision goldrichtig lag: ökologisch bauen, CO2-bindend, wiederverwertbar.“

Eben: nachhaltig – das große Thema bei Frammelsberger. Dabei geht es zum einen natürlich um den Baustoff Holz, der nachwächst, zu einem Großteil aus regionalen Sägewerken kommt und auch in Zukunft in großen Mengen zur Verfügung stehen wird. „Für mich ist aber eine ganzheitliche Nachhaltigkeit wichtig“, erklärt Paul. „Das bedeutet zum Beispiel, dass unsere Mitarbeiter hier aus der Region kommen, es bedeutet angemessene Bezahlung, es geht auch um die Produktauswahl, um Resteverwertung – unser Restholz wird zu Hackschnitzeln verarbeitet und zum Heizen verwendet. Und das fordere ich auch von Politik und Gesellschaft: dass mehr Wert auf das Davor und Danach gelegt wird.“

Mit dem Bewusstsein für den Klimawandel wuchs um die Jahrtausendwende auch die Kundschaft für den ökologischen Hausbau. „Und viele merkten: Das sind ja richtige Designerbuden, die optisch auf höchstem Niveau liegen“, so Paul. Das Geschäft boomte – und so beschloss Frammelsberger im Jahr 2000, sich zu vergrößern. Erst zog der Betrieb in ein früheres Industriegebiet und dann in die heutige Location in einer ehemaligen französischen Garnison, die Frammelsberger dem Bund abkaufte. „Seither sind wir unabhängig von Pächtern und haben richtig Platz für Wachstum.“ Am heutigen Standort entstehen nicht nur Häuser in massiver Blockbauweise, sondern auch natürliche Holzfertighäuser. Im Werk werden dabei ganze Wandteile gefertigt, sodass der Aufbau vor Ort in Zeit erfolgen kann. 2009 schlossen Paul und sein Bruder, der gelernte Zimmermann Lukas, ihr Studium des Unternehmertums bzw. Bauingenieurwesens ab und stiegen bei Frammelsberger ein – und nur vier Jahre später in die Geschäftsführung auf, mit gerade einmal 35 bzw. 32 Jahren.

2017, weitere vier Jahre später, übergab Vater Reinhard seine letzten Gesellschaftsanteile an die beiden. Im selben Jahr erhielt Frammelsberger die Wirtschaftsmedaille des Landes Baden-Württemberg verliehen – für die hohe Ausbildungsquote und für die ökologische Vision von Reinhard Frammelsberger. „So standen zwar mein Bruder und ich auf der Bühne, aber natürlich hatte unser Vater den Hauptanteil an dieser Auszeichnung“, erklärt Paul, der sich freut, dass Reinhard noch heute ein bis zwei Stunden pro Tag im Büro verbringt. „Wie unser Vater uns die Geschäfte und die Verantwortung übergeben hat, war wirklich ein vorbildlicher Prozess, der von Weitsicht und großem Vertrauen zeugt. Er ist noch heute unser wichtigster Berater – und größter Kritiker. Denn natürlich haben wir auch mal unterschiedliche Ideen und Vorstellungen. Aber auch seine Kritik hat für uns immer einen unschätzbaren Wert.“

Auch Mutter Waltraud ist für Paul ein großes Vorbild. „Ohne sie wäre nichts möglich gewesen. Ihre Leistung ist ganz sicher nicht kleiner als die meines Vaters. Sie hat die Verwaltung gemacht und nebenbei noch drei Söhne großgezogen, die heute alle im Betrieb arbeiten.“ Neben Paul und Lukas ist auch Architekt Jonas, der dritte Bruder, bei Frammelsberger tätig: Er kümmert sich um die Projektentwicklung, die in Zukunft eine wichtige Rolle spielen soll.

Denn: Für Frammelsberger soll es bald nicht mehr nur um Einfamilienhäuser gehen. „Wir wollen einerseits die Projektentwicklung ausweiten und uns andererseits mehr dem Thema Geschosswohnungsbau widmen“, so Paul. Ressourcenverbrauch durch Land sei ein Riesenthema, da es immer weniger verfügbare Flächen gebe. „Einfamilienhäuser werden sicher nicht aussterben, aber die Art und Weise, wie wir bauen, wird sich schon ändern. Und um uns bestmöglich dafür aufzustellen, wollen wir den Bereich Geschosswohnungsbau in den nächsten Jahren sukzessive ausbauen.“ Und damit machen die drei Brüder genau das, was ihr Vater ihnen vorgelebt hat: mit Weitsicht handeln, neue Wege gehen – die Nachhaltigkeit immer fest im Blick.

 

Frammelsberger Holzhaus
Esperantostraße 15
77704 Oberkirch